Jagged Alliance Online

Ich hatte mich für die Beta Jagged Alliance Online Version (JAO) beworben, aber dann bald die Lust verloren. Die Bedienung war ruckelig, verzögert und machte keinen Spaß. Als dann noch zweimal bei Gamigo die Passwörter gestohlen wurden und ich an anderen Stellen es ändern musste (wie viele andere benutze ich nur wenige Passwörter, diesmal war es nur eines für die Registrierung bei Webseiten, aber trotzdem ist dies sehr ärgerlich habe ich es nicht mehr gespielt.

Im Juni 2013 kündigte Steam an, das Spiel zu vertrieben und zwar auch als offline zu spielende Version. Also habe ich es nochmal getestet. Es läuft nun etwas flüssiger. Auf meinem AMD 5150e Prozessor (2 x 2,6 GHz) mit OnBoard Grafik (ATI3200HD) also nicht gerade "Gamer" Hardware läuft es selbst bei 1920 x 1200 Punkten in niedrigen Detailstufen flüssig. Was bliebt ist das der installierte Player den Browser weitgehend lahmlegt. Es ist ratsam nur zu spielen, und nicht andere Webseiten offen zu lassen. Stellenweise konnte man auch nicht auf andere Anwendungen wechseln und Chrome crashte beim Schließen per Task-Manager (anders ging es nicht mehr).

Was hat es mit Jagged Alliance zu tu?: Man kann Söldner rekrutieren, die verschiedene Eigenschaften und Spezialisierungen haben. Diese müssen Aufträge erfüllen, die aus mehreren Missionen bestehen. Dafür gibt es Geld und Erfahrungspunkte und man findet Beute. Die Namen von JA2 Söldnern findet man wieder. Die Portraits sind auch etwas ähnlich und die Stimmen wurden vom englischen Ja2 übernommen. Das war es aber schon.

Es gibt nicht die Freiheit die Gegend zu erkunden. Es gibt einen Sektor, eine Mission, das war es. Wer Ja2 Erfahrung überträgt wird enttäuscht. Ich kaufte zuerst ein Erste-Hilfe Päckchen, ohne die geht es in Ja2 nicht. Die kosten schon ein Zwanzigstel des Anfangsbudgets. Nutzen? Sinnlos. Ein Söldner verliert nicht Blut und auch keine AP (der Feind auch nicht) wenn er getroffen wird. Selbst wenn er tot ist, ist er bei der nächsten Mission wieder dabei. Die Waffen reparieren sich von selbst und es gibt nur zwei Waffen pro Personen, einen Helm und eine Weste. Kein komplexes Erweiterungssystem der Ausrüstung. Selbst in den Bewegungsmöglichleiten wurde gespart. Es gibt z. B. kein Liegen oder springen.

Die Feinde tauchen aus dem Nichts auf. die Beute die sie hinterlassen ist oft nutzloser Plunder. Das man über kurz oder lang mit den Leuten Geld verdienen will ist klar. So gibt es Geld und Gold. Bestimmte Dinge wie Aufrüstungen oder Waffen sind nur mit Gold erhältlich. Mit Gold kann man auch Geld erhalten (Kurs: 50 Gold = 50000 Dollar). Und das ist notwendig. Die Söldner kann man noch billig rekrutieren, doch die Ausrüstung kostet und das Aufsteigen in jeder Stufe. Beispiel: Es gibt für eine Kampagne mit 5 Missionen 12420 $. In dieser stufe angekommen kostet eine aktuelle Waffe aber 13.200 $, genauso viel eine Schutzweste und ein Helm. Um nur also die zu diesem Zeitpunkt drei Söldner aufzurüsten muss man die Kampagne neunmal durchspielen. Da der Gegner leistungsfähiger wird muss man aufrüsten, genauso wie in Ja2, da kann man Meduna auch nicht mit einer Baretta, Splitterschutzweste und Stahlhelm einnehmen. Mit dem Geld kommt man also nicht aus. so habe ich mehrere Missionen mehrmals gespielt um Geld zu bekommen. Spielspaß ist was anderes. Die alte Ausrüstung zu verkaufen bringt auch nichts - nur ein Zehntel des Wertes bekommt man zurück. Es gibt nur Feuerwaffen die mit jedem Level freigeschaltet wwerden, also nichts damit gleich ein FN-FAL zu kaufen. Messerattacken oder Handgranaten sind auch nicht vorgesehen

Als Online Game für die Pause ganz nett, aber in keiner Weise vergleichbar mit Ja2. Für mich ist eines klar. Für das aufs nötigste reduzierte Konzept werde ich kein Geld ausgeben. Zumal man nicht erkennen kann wo die Kosten enden. Wenn man die Kampagnen bis Level 10 durchgespielt hat gibt es nur noch Prestige Missionen oder die per Kampagne zu kaufenden Missionen. Da die Kampagne 675 Gold kostet, man aber wenn man kein Gold seit Spielanfang ausgab maximal 140 Gold hat, läuft das auf Bezahlung raus.

Es ist zu raten die Shortcuts zu benutzen. obwohl diese nicht für alle Aktionen(und es gibt eigentlich wenige) vorgesehen sind, denn die Maus reagiert auch jetzt noch sehr verzögert. so habe ich schon als ich an den linken und oberen Rand fuhr und klickte ein Programm gestartet (die Taskleiste ist bei mir links) und auf eine andere Webseite gewechselt (die Lesezeichenleiste ist oben). Öfters bewegte sich auch ein Söldner obwohl das nicht gewollt war.

Die Steam Version

Die Steam Version ist vom Gameplay, Story, Missionen etc. völlig identisch mit der Online Version. Das bedeutet auch: die Restriktionen eines Online Games (man will ja viele Leute anlocken, da gibt es keine komplexe Steuerung, komplexes Spielsystem oder irgend etwas was längere Einarbeitungszeit erfordert) bleiben bei einem Stand Alone Spiel erhalten. Einzige Neuerung ist beim Start eine frei wählbare Fenstergröße. JOA nutzt immer die volle Breite des Browserfensters aus. Es läuft flüssiger, Verzögerungen bei den Mausaktionen habe ich nicht beobachtet und man kann auch die Anwendung per Alt-Tab verlassen (allerdings habe ich schon Crash gehabt, als ich den Startbildschirm mit Lademeldung wegdrückte um was anderes in den Vordergrund zu holen).

In Jagged Alliance Online konnte man mit "Gold" nur bestimmte Dinge kaufen und das gab es wenig, etwa 2-3 Stücke pro Mission, 684 davon braucht man für eine Kampagne, also muss man sich ziemlich abrackern. Das gibt es hier nicht. Aber ... Sobald man die dritte Kampagne nach der Einführung abgeschlossen hat, also Level 12, kommt man nicht weiter. Auf der Weltkarte tauchen neue Missionen auf, doch klickt man sie an erfährt man, dass man nur mit der für 24,99 Euro zu erwerbenden Kampagne spielen kann, die 100 Stunden Spielspaß bieten soll. Das einzige was man sonst spielen kann ist die alten Missionen nochmals oder eine Mission, wo man ein Grundstück vor Eindringlingen schützen soll - nur tauchen diese in JAO Manier urplötzlich in Massen auf, unter anderem auch direkt hinter einem, sodass ich keine Chance hatte diese Mission zu gewinnen. Die vorherigen Missionen waren einfacher als in der Online Version. Das ist nicht nur subjektiv so, sondern an Tatsachen festzumachen. So kann man wenn man einen Scharfschützen hat die Gegner rechtzeitig sehen, alle Söldner neben dem Scharfschützen platzieren und dann in den nächsten Runde mit vollen AP das Feuer eröffnen. Bei der online Version laufen die Gegner dagegen auf dich zu und eröffnen das Feuer, Gegner kauern auch nicht wie in der Online Version.

Was bleibt? Man ersetzt viele kleine Downloads durch die eines Steam Clients (1,1 GB), aber man hat keinen Zusatznutzen. Ohne Online Anbindung läuft das Spiel trotzdem nicht und ohne Geld auch nicht.

Wer nicht nur exklusiv mit JAO spielen will wird vielleicht einen Vorteil schätzen. JAO blockiert den Browser, das heißt man kann die Seite nicht wechseln oder diese reagiert nicht mehr auf Aktionen. Das geht soweit dass man nicht mal mehr den Popupblocker instruieren kann ein Popup der Jagged Alliance Webseite zuzulassen. Mit Steam kann man nebenher arbeiten und auch auf andere Anwendungen wechseln.

Links:

Jagged Alliance Online

Jagged Alliance Online Steam Version